Weiterbildungen & Seminare im Lebenslauf angeben

Weiterbildungen und Seminare im Lebenslauf angeben

Wer im Job nicht den Anschluss verlieren möchte, sollte sein Wissen durch die regelmäßige Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen erweitern und auf dem aktuellen Stand halten. Doch wie gibt man Weiterbildungen und besuchte Seminare im Lebenslauf an? Was gibt es bei der Auswahl zu beachten? An welcher Stelle, in welcher Form und Reihenfolge sollte man die absolvierten Weiterbildungsmaßnahmen erwähnen? Antworten auf diese und weitere Fragen sowie passende Beispiele findest du in diesem Artikel.

Unterschied Fortbildung und Weiterbildung

Fortbildung oder Weiterbildung, gibt es da einen Unterschied? Ja, den gibt es tatsächlich! Aber im gängigen Sprachgebrauch werden diese beiden Begriffe oftmals synonym verwendet oder eine Fortbildung wird meist ebenfalls als Weiterbildung bezeichnet.

Nimmt man es genau, dann gibt es folgende Unterscheidung: Eine Weiterbildung baut auf einer vorhandenen Qualifikation auf und vermittelt vertiefendes Wissen in diesem Bereich. Bei einer Fortbildung hingegen wird ein völlig neues Wissensgebiet erlernt. In Lebensläufen wird häufig nur der Begriff Weiterbildung verwendet, auch dann, wenn es sich eigentlich um eine Fortbildung handelt.

Wir möchten an dieser Stelle nicht kleinkariert sein und werden daher auch meist von Weiterbildungen sprechen. Dem Wortsinn nach ist dies ja auch nicht falsch. Man bildet sich weiter und lernt weiteres Wissen dazu.

Arten von Weiterbildungen im Lebenslauf

Zunächst schauen wir uns an, welche unterschiedlichen Arten es bei Weiterbildungen gibt, die im Lebenslauf angegeben werden können. Man unterscheidet dabei zwischen beruflichen und außerberuflichen Weiterbildungen. Alle Fortbildungen, die mit dem Beruf zu tun haben und das berufsrelevante Fachwissen erweitern und vertiefen, fallen in die Kategorie „Berufliche Weiterbildungen“ und werden im Lebenslauf unter der gleichnamigen Rubrik aufgelistet.

Darüber hinaus gibt es Weiterbildungen, die zunächst erstmal keinen direkten Bezug zum ausgeübten Beruf haben, sondern aufgrund privater Interessen absolviert werden. Diese Maßnahmen können unter der Rubrik „Außerberufliche Weiterbildungen“ in den Lebenslauf eingefügt werden.

Es besteht auch die Möglichkeit, lediglich eine Rubrik, zum Beispiel mit der Überschrift „Fort- und Weiterbildungen“, in den Lebenslauf einzufügen, in der man sowohl berufliche, wie auch außerberufliche Weiterbildungen zusammenfasst.

Zu den Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gehört zum Beispiel die Teilnahme an:

  • Seminaren
  • Lehrgängen
  • Schulungen
  • Workshops
  • Trainings
  • Webinaren

Nachfolgend nun einige Beispiele für beide Arten von Weiterbildungen.

Berufliche Weiterbildungen

 

Außerberufliche Weiterbildungen

Auslöser für diese Art der Weiterbildung sind die privaten Interessen des Bewerbers. Bei der Angabe von außerberuflichen Weiterbildungen sollte man stets vorsichtig sein und sich vorher überlegen, welches Bild der Leser der Bewerbung von mir durch die entsprechende Angabe erhalten kann. Guten Gewissens angeben kann man zum Beispiel:

  • Zeitmanagement Seminar
  • Selbstmanagement Seminar
  • Praxiskurs Konfliktmanagement
  • Rhetorikkurs
  • PC-Kurse

Die darin erworbenen Kenntnisse können nämlich auch auf beruflicher Ebene äußerst wertvoll sein.

Nicht angeben sollte man z.B. die Teilnahme an Kursen zu den Themen

  • Religion
  • Esoterik
  • Suchtprobleme

Teilnahme durch Bescheinigungen und Zertifikate belegen

Als Beleg für die erfolgreiche Teilnahme erhält man eine entsprechende Teilnahmebescheinigung, ein Zertifikat oder ähnliches. Dieses Dokument sollte man seiner Bewerbung in jedem Fall als Anlage beifügen, um seine Teilnahme an der jeweiligen Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme belegen zu können.

Welche Fort- und Weiterbildungen sind für den Lebenslauf relevant?

Bevor man wahllos alle Weiterbildungen auflistet, an denen man irgendwann einmal teilgenommen hat, sollte stets die Überlegung erfolgen, wie relevant die Angabe einer Weiterbildung im Lebenslauf für die angestrebte Stelle ist. Entscheidend dabei sind diese 4 Kriterien:

Hat die Weiterbildung einen Bezug zur angestrebten Stelle?
Dies ist das Hauptkriterium, welches bei der Auswahl berücksichtigt werden sollte. Ist absolut kein Zusammenhang erkennbar, dann die entsprechende Angabe lieber weglassen.

Wurde das geforderte Wissensniveau erzielt?
Auch dies ist zu beachten. Werden zum Beispiel umfassende Excel-Kenntnisse auf Expertenniveau verlangt und man hat lediglich einen eintägigen Excel-Grundkurs belegt, so fällt man als geeigneter Kandidat schnell durchs Raster.

Wie umfangreich war die Weiterbildung?
Eintägige Seminare oder Kurse haben dabei weniger Gewicht, als solche über mehrere Tage, Wochen oder gar Monate hinweg.

Wie lange liegt die Weiterbildungsmaßnahme zurück?
Bei Maßnahmen, die jahrzehntelang zurückliegen und von denen das damals erworbene Wissen schon aus dem Gedächtnis ist, können auch unter den Tisch fallen. Aktuellere Weiterbildungen sind immer relevanter und erwähnenswerter.

Tipp: Am besten macht es sich, alle jemals absolvierten Weiterbildungen in einer Datei zu sammeln und aus dieser großen Liste dann spezifisch für jede Bewerbungssituation nur diejenigen auszuwählen, die für die anvisierte Stelle wirklich relevant sind. Natürlich gehören immer auch die entsprechenden Teilnahmebescheinigungen oder erworbenen Zertifikate dazu, die man sich am besten einscannt und sicher abspeichert.

Weiterbildungen an welcher Stelle in Lebenslauf einfügen?

An welcher Stelle fügt man die Weiterbildungen in den Lebenslauf ein? Die gängigste Möglichkeit ist es, den Lebenslauf in einzelne Rubriken zu untergliedern. Diese sollten jeweils gut erkennbar durch eine Überschrift von einander abgrenzt werden. So eine Gliederung könnte zum Beispiel so aussehen:

  1. Persönliche Angaben
  2. Berufserfahrung
  3. Ausbildung
  4. Schulbildung
  5. Berufliche Weiterbildung
  6. Außerberufliche Weiterbildung
  7. Besondere Kenntnisse
  8. Interessen und Hobbys
  9. Sonstiges

Anhand dieser Auflistung wird deutlich, an welcher Position man die absolvierten Weiterbildungsmaßnahmen hinzufügen kann. Nämlich nach der Auflistung der Berufserfahrungen, Ausbildung und Schulbildung und vor den Rubriken Interessen / Hobbys und Sonstiges.

Bei dieser Reihenfolge der Rubriken erscheinen die Weiterbildungsmaßnahmen erst ziemlich weit unten im Lebenslauf. Um deren Bedeutung besser hervorzuheben, ist es jedoch auch möglich, diese Rubriken in anderer Reihenfolge darzustellen. So bietet es sich an, die Rubrik „Berufliche Weiterbildung“ sofort nach der Berufserfahrung anzuordnen. Denn schließlich gehören beide Bereiche sowohl zeitlich als auch thematisch zusammen und stellen die berufsspezifischen Qualifikationen des Bewerbers heraus. Die außerberuflichen Weiterbildungen fügt man am besten vor den Interessen und Hobbys ein. Denn auch diese beiden „privaten“ Rubriken passen thematisch zu einander. Eine in dieser Weise angepasste Gliederung sieht so aus:

  1. Persönliche Angaben
  2. Berufserfahrung
  3. Berufliche Weiterbildung
  4. Ausbildung
  5. Schulbildung
  6. Besondere Kenntnisse
  7. Außerberufliche Weiterbildung
  8. Interessen und Hobbys
  9. Sonstiges

Letztlich sollte man sich anhand der persönlichen Gegebenheiten für eine geeignete Variante entscheiden. Kann man viele berufliche Weiterbildungen vorweisen und sind diese auch noch sehr relevant für die angestrebte Stelle, so bietet sich die zweite Variante an. Auch kann man auf die Trennung von beruflicher und außerberuflicher Weiterbildung verzichten und lediglich eine Rubrik für alle absolvierten Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen einfügen.

Weiterbildungen und Seminare wie im Lebenslauf angeben?

Wie genau, also in welcher Form, werden Weiterbildungen im Lebenslauf dargestellt? Die folgenden Elemente sind dabei Bestandteil der Angabe.

Überschrift

Als mögliche Überschriften bieten sich an:

  • Fort- und Weiterbildungen
  • Berufliche Weiterbildung
  • Außerberufliche Weiterbildung
  • Seminare und Kurse

Zeitangabe

Analog zu den anderen Angaben und Stationen im Lebenslauf sollte zunächst der Zeitpunkt oder Zeitraum der jeweiligen Weiterbildung erwähnt werden. Dabei reicht es aus, Monat und Jahr anzugeben, in dem die Fortbildungsmaßnahme stattfand. Hat sie sich über einen längeren Zeitraum als einen Monat erstreckt, wie zum Beispiel bei einem Lehrgang, welcher wöchentlich über ein Vierteljahr stattgefunden hat, so gibt man natürlich den gesamten Zeitraum an.

Art der Fort- oder Weiterbildung

Handelt es sich um ein Seminar, einen Lehrgang, eine Schulung, einen Workshop oder ein Training, welches absolviert wurde?

Titel oder Thema

Am wichtigsten ist natürlich die Nennung des Titels der Weiterbildung. Falls dieser zu lang ist, nennt man lediglich das Thema oder Themengebiet, welches behandelt wurde.

Dauer

Welchen zeitlichen Umfang hatte die Weiterbildungsmaßnahme? Die Angabe erfolgt üblicherweise in Stunden.

Bildungsträger

Ebenfalls von Bedeutung ist die Angabe des Bildungsträgers, bei dem die Fortbildung durchgeführt wurde. Auch der Ort sollte erwähnt werden. Wurde die Maßnahme vom eigenen Unternehmen im Rahmen einer Mitarbeiterschulung durchgeführt, so schreibt man hier „interne Maßnahme“.

Inhaltsauflistung

Um die absolvierte Weiterbildung besser einordnen und den Umfang des erworbenen Wissens beurteilen zu können, sollte man die wichtigsten Inhalte in Form von Schlagwörtern oder kurzen Stichpunkten auflisten.

Abschlussbezeichnung

Zum Schluss kann man die genaue Abschlussbezeichnung nennen, wenn es sich zum Beispiel um ein erworbenes Zertifikat handelt. Diese Angabe ist optional. Handelt es sich um einen gängigen und anerkannten Abschluss, dann sollte man diesen auf jeden Fall angeben!

Hier noch einmal auf einen Blick, was alles in eine Angabe einer Weiterbildungsmaßnahme gehört:

  • Zeitangabe mit Monat und Jahr
  • Art und Titel oder Themengebiet der Weiterbildung
  • Dauer der Maßnahme
  • Name und Ort des Bildungsträgers (oder die Angabe „interne Maßnahme“)
  • Stichpunktartige Auflistung der erlernten Inhalte
  • (Abschlussbezeichnung)

Mehrere Weiterbildungen listet man am besten umgekehrt chronologisch auf. Das heißt, man beginnt mit der aktuellsten und lässt die länger zurückliegenden danach in umgekehrter Reihenfolge folgen.

Tipp: Hat man wirklich sehr viele Weiterbildungsmaßnahmen absolviert, die auch alle relevant für die angestrebte Stelle relevant sind, so würde die komplette Auflistung aller Maßnahmen sicherlich den Rahmen des Lebenslaufs sprengen und zu viel Raum in Anspruch nehmen. Hier kann man eine zusätzliche Seite in der Bewerbungsmappe anlegen, auf der man wirklich haargenau jede einzelne Weiterbildung auflistet, an der man teilgenommen hat. Im Lebenslauf selber nennt  man dann nur die wichtigsten und verweist auf die zusätzliche Seite für die komplette Liste.

Beispiele für die Angabe von Fort- und Weiterbildungen im Lebenslauf

Hier nun zwei Beispiele, wie eine Angabe der Weiterbildungen im Lebenslauf aussehen kann.

10/2018               Seminar „Kundengespräche erfolgreich führen“
8 Stunden bei XYZ Seminare GmbH, Musterstadt

Handelt es sich um umfangreiche Weiterbildungen, die vielleicht auch ein breiteres Themengebiet abgedeckt haben, sollte man die wichtigsten Unterthemen stichpunktartig auflisten. So kann sich der Leser ein genaueres Bild von den Inhalten machen, die man bei der jeweiligen Weiterbildung erlernt hat. So ein Eintrag kann dann zum Beispiel so aussehen:

03 – 05/2018      Lehrgang „Online-Marketing für Immobilienmakler“
21 Tage á 6 Stunden, XYZ Lehrgänge GmbH, Musterstadt

  • Umgang mit Content-Management-Systemen
  • Suchmaschinenoptimierung für die Firmenhomepage
  • Exposés auf Immobilienplattformen einstellen
  • Kundengewinnung mit Google + Facebook Ads
  • Social Media Strategien

 

Add a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *